Der Bericht vom Lokalderby Spandau 06 – Spandauer SV

28. August 2012
By

 

 

Eine halbe Stunde lang sah es so aus, als ob die Rot-Schwarzen ein Konzept gegen den SSV gefunden hätten, nämlich eine fünfköpfige Abwehr und gelegentliche Vorstöße. Doch dann kam die 27. Minute: Niels Preuß flankte von links in den Strafraum zu Mehmet Aydin, der das Leder kurz prallen liess und dann mit einem raffiniertem Drehschuss ins kurze Eck verwandelte: 0:1. Zwei weitere Treffer des Tabellenführers innerhalb weniger Minuten und das Spandauer Lokalderby war schon entschieden.

 

Der Kopfball von Vincent Bautzki (16) ging nur knapp übers Tor

Der Reiz des Spiels war das Derby an sich. Der sportliche Wert des alten Stadtderbys hat schon seit längerem gelitten. Bei den letzten Aufeinandertreffen in der Berlin-Liga 2009/10 fertigte der FCS 06 seinen Rivalen 6:1, 7:0 ab. Das war auf dem Tiefpunkt der SSV-Vereinsgeschichte. Diesmal erwischte es die Ziegelhofer ganz böse, die mit einer Truppe antraten, zusammengesetzt aus Spielern der letztjährigen Zweiten (Kreisliga B) und ehemaligen A-Jugendlichen. Angeführt wird das Aufgebot von Spielertrainer Andreas Biermann.

Nur eine halbe Stunde konnte der FCS 06 den SSV in Schach halten. Hier sehen wir (v.l.n.r.): Preuß (15),      Biermann (18), Kasper (13), Inanc (5), Aydin neben Schweizer (10) und FCS-Keeper Hahn.

Kein Vergleich mehr mit dem September 1976, als der damalige Oberliganeuling SBC 06 dem Zweitligaabsteiger SSV vor 2.482 Besuchern die erste Saisonniederlage (2:1) beibrachte. Dieser Vereinszuschauerrekord wird zwar auf der FCS-Internetseite erwähnt, das Spiel aber mit 1978 falsch datiert.

Typisch Ziegelhof: Hier steht und geniesst man in der ersten Reihe …
Der “06er” Sucuoglu (3) beim Einwurf, dahinter v.l.n.r. Bicen, Kasper und Bautzki.

Zur zweiten Spielhälfte kamen beim SSV Nart Kovulmaz, Deniz Tatli und später Mesut Aydemir ins Spiel und die spielerisch und athletisch überforderten Gastgeber konnten die Torlawine nicht mehr eindämmen, mussten sogar froh sein, nicht zweistellig bedient worden zu sein.

Der Link zu den Video-Highlights

Vincent Bautzki kehrte mit dem SSV zum Ziegelhof zurück.

Der SSV spielte in folgender Aufstellung

Wiese – Bicen, Bautzki, Yüksel, Ates (59. Aydemir) – Preuß, Inanc (46. Kovulmaz) – Kasper (46. Tatli), Akyüz, Pfingst – Aydin.

[ z.Z.: 256 ]

Tore:

  •  0:1   Aydin (27.)
  •  0:2   Aydin (30.)
  •  0:3   Pfingst (33.)
  •  0:4   Kovulmaz (52.)
  •  0:5   Pfingst (65.)
  •  0:6   Pfingst (69.)
  •  0:7   Aydin (89.)
  •  0:8   Aydin (90.)

 

Die SSV-Fangemeinde verlebte bei angenehmen 22 °C einen kurzweiligen Sonntagvormittag und feierte ihre “Spitzenreiter”.

SSV-Trainer Murat Tik kann in dieser Saison, was seine Spieler angeht, aus dem Vollen schöpfen. Er hat nun die gewünschte Konkurrenz im Team, die zuletzt in der Bezirksliga fehlte. Fast jede Position in der Mannschaft dürfte doppelt besetzt sein. “Das einzige, was heute stimmt, ist das Ergebnis”, wird er in der gestrigen Fussball-Woche zitiert. “Wir hätten heute vieles einstudieren können, was die Mannschaft leider nicht gemacht hat. Nach drei schwachen Gegnern kommen jedenfalls jetzt andere Kaliber.”

Nach den bisherigen “Spaziergängen” geht es in der Landesliga für den SSV am kommenden Sonntag eigentlich erst richtig los …

Das brandenburgische Schiedsrichtergespann um Robert Reinhardt (rechts) hatte am Sonntagmorgen bereits eine Anfahrt von 75 km aus Mildenberg (OHV) hinter sich. Links Murat Akyüz (12)

… und zwar mit dem  Spiel gegen die scheinbar “Unabsteigbaren” von Alemannia-Wacker, deren bisherige Resultate (mit  knappen Niederlagen gegen Spitzenteams wie Sparta und Hertha 06) anzeigen, dass die Reinickendorfer derzeit auf gutem Landesliga-Niveau kegeln.

FCS-Physiotherapeutin Anja Koch im Einsatz. Auf diesem Sektor hatte der SSV deutlich weniger zu bieten.

 

 

 

Tags: ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *