Der SSV ging am Wackerweg in die Knie

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Die Helligkeit im Vordergrund täuscht: Es war ein Abend für Nachtsichtgeräte.Balken613-1024x205

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Gino Krumnow hier ….

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Gino Krumnow da.

Allein konnte er das Spiel nicht drehen. Es fehlte oft an Unterstützung. Kein Zufall, dass er das einzige Tor für den SSV (zum 1:1) erzielte.

Der SSV spielte in folgender Aufstellung

Wiese – Alim, Bautzki, Yüksel, Ates (62. Bicen) – Canalis-Wandel, Yosma (55. Akyüz), Inanc, Preuß (69. Altin) – Aydin, Krumnow

Tore:    1:0 (12.) Touré   →  1:1 (85.) Krumnow  →  2:1 (86.) Touré

 

Die Sportanlage am Wackerweg gehört zu jenen Orten in Berlin, die SSV-Trainer Murat Tik bestimmt nicht mehr freiwillig betreten möchte.

Es war der 6. Februar 2011, als Murat Tik in seinem ersten Punktspiel für den SSV am Wackerweg eine nicht erwartete 2:3 – Niederlage hinnehmen musste.  Die blieb am Ende nicht ohne Folgen, weil die Rot-Weissen mit 33 Punkten in die Bezirksliga mussten und Alemannia-Wacker mit 34 nicht.

Am 24. Mai 2011 liessen seine alten Freunde und Feinde vom 1.FC Galatasaray dort alles hängen, um durch ein 0:4 gegen Alemannia-Wacker mit dafür zu sorgen, dass der SSV auch wirklich in die Bezirksliga absteigt.

Und der gestrige 6. März hat seine vermutliche Abneigung gegen diesen verfluchten Ort bestimmt nicht gelindert: Erneut kam er mit einer gut besetzten Mannschaft dorthin und wieder gab es eine unerwartetet Niederlage.

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Der SSV wurde am Mittwoch nicht dem Anspruch einer Spitzenmannschaft gerecht.

Bereits nach 12 Minuten erzielte Keledegui Touré sträflich freistehend das 1:0 und in der 22. Minute musste ein SSV-Verteidiger auf der Linie mit einer Grätsche retten.

Danach setzte sich in der rot-weissen Abwehr endlich die Erkenntnis durch, dass es vorteilhaft sein könnte, nicht zu weit vom Gegenspieler weg zu stehen.

Noch in der 1. Hälfte wurde ein SSVer im Wacker-Strafraum an der Torauslinie gelegt und blieb dort liegen. Hätte es einen Elfmeter geben müssen ? Der Schiedsrichter hatte nichts gesehen und entdeckte den angeschlagen liegen gebliebenen Spandauer auch erst Minuten später. So dunkel war es.

Wackers Kampfkraft neutralisierte den SSV fast das ganze Spiel über.

Niemand kam mehr so recht in gute Schussposition. Provozierte man Fouls in Strafraumnähe, dann pfiff der Schiedsrichter nicht. Die vielen Eckbälle brachten nichts (Warum kam Özkan Inanc nicht mit nach vorn ?) Wurde der Ball im Strafraum durchgesteckt, dann war er meist kaum vor der Torauslinie zu erreichen.

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Mehmet Aydin und sein Bewacher Mark Haberland

Torschüsse wurden abgeblockt und bei Kurzpässen im Strafraum hatten die Gelben immer wieder einen Fuss dazwischen. Wie eben Spiele so laufen, bei denen man dringend ein Tor braucht und der Gegner keins zulassen will. Dass von Mehmet Aydin nicht sehr viel zu sehen war, kann nicht nur an der Dunkelheit gelegen haben. Sein fülliger Gegenspieler Mark Haberland gestattete ihm nicht viel und am Ende stand da immer wieder Martin Koohgilani (43 J.) und bügelte alles aus. Lenny Canalis-Wandel lief zwar viel, wuselte sich aber meist am Strafraum fest. Gino Krumnow rackerte für zwei, fand nebenher auch noch die Zeit, einem mit Krämpfen am Boden liegenden Gegenspieler zu helfen und erzwang fünf Minuten vor dem Ende das 1:1.

Nun wollten die Spandauer auch noch den Sieg, wollten die Enttäuschung der Gastgeber über den späten Ausgleich ausnutzen. Doch die „schwarze Perle“ der Reinickendorfer, Keledegui Touré, machte ihnen erneut einen Strich durch die Rechnung und schoss bereits eine Minute später das 2:1 für seine Gelben. Da Torsten Wiese in der zweiten Hälfte das vom Flutlicht nicht erreichte Tor hütete, war wegen der Finsternis die Entstehung des Tores nicht gut erkennen. Man möchte aber wetten, dass da wieder einer zu weit vom Mann stand.

Das 5:6-Spektakel neulich in Lichtenberg verstellt den Blick auf die Tatsache, dass der SSV diese Saison auswärts nur die Hälfte wert ist.

Sieht man einmal von den drei hohen Siegen bei Kellerkindern ab (bei denen alle hoch gewinnen) – dann kommen wir auf die folgende, ernüchternde Auswärtsbilanz:

Alemannia-Wacker (1:2), Hertha 06 (0:0), Johannisthal (1:3), Friedenau (0:2), Brandenburg 03 (2:2) =  0 – 2 – 3.

Droht uns nun der Absturz ins Mittelmaß ?

Da die aufziehende Winterwetterlage vermutlich für einen Spielausfall bei Sparta Lichtenberg sorgen dürfte, geht es endlich wieder mal mit Heimspielen (17.03. NSCC Trabzonspor und 20.03. Spandau 06) weiter. Der Knackpunkt dürfte dann das Spiel bei Blau-Gelb am 23.03. sein. Dann muss auswärts endlich mal was gerissen werden oder es heisst, die Erwartungen deutlich zurück zu schrauben.

Vielleicht präsentiert Murat Tik in einem der beiden kommenden Heimspiele ja endlich mal Pascal Fofie ?

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Pascal Fofie , Szene aus dem Spiel der NOFV-Oberliga:  SSV – Greif Torgelow (3:2) im August 2008

Die einem Gefängnis ähnelnde Einzäunung am Wackerweg erinnerte einen natürlich unwillkürlich an die alten Zeiten in der 2. Bundesliga. Wacker 04 qualifizierte sich 1974 für die 2. Liga Nord, der Spandauer SV schaffte den Aufstieg ein Jahr später. Deshalb hier das Spielstenogramm vom Aufeinandertreffen der beiden Vereine im März 1976:

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